Wie Veganismus in Deutschland, Großbritannien, den USA, Indien und anderen Ländern unterschiedlich aussieht.
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Veganismus hat sich von einer kleinen britischen Bewegung zu einem globalen Phänomen entwickelt — aber Verbreitungsraten, kulturelle Einstellungen und tägliche Erfahrungen variieren enorm von Land zu Land.
79 Mio.+
Veganer weltweit (Schätzung)
Statista 2023
24 %
der Briten essen weniger Fleisch (YouGov 2023)
8 %
der Deutschen bezeichnen sich als vegan oder vegetarisch
38 %
der Inder sind Vegetarier (NFHS)
Das Vereinigte Königreich kann mit Recht als Geburtsort des modernen Veganismus gelten — die Vegan Society wurde 1944 in London gegründet. Heute bezeichnen sich etwa 3 % der britischen Bevölkerung als vegan (rund 2 Millionen Menschen), wobei Umfragen weitere 14–17 % als Vegetarier nahelegen.
Veganuary — die vegane Januar-Challenge — begann im Vereinigten Königreich und hat sich weltweit verbreitet, mit über 700.000 Anmeldungen im Jahr 2024. Der britische Markt für pflanzliche Lebensmittel war 2023 1,1 Mrd. Pfund wert. Vegane Kennzeichnung, eigene Abteilungen in jedem Supermarkt und weitverbreitete Restaurantoptionen machen das Vereinigte Königreich zu einem der einfachsten Orte, um vegan zu leben.
Deutschland hat vielleicht den dramatischsten Wandel in der Einstellung zum Veganismus in Europa durchgemacht. Von einem Land, das für Bratwurst und Schnitzel bekannt ist, hat Deutschland heute mehr vegane Produktneuheiten pro Kopf als jedes andere Land und die meisten veganen Restaurants pro Kopf aller grossen europäischen Nationen.
Berlin gilt weithin als eine der veganfreundlichsten Städte der Welt, mit Hunderten veganer Restaurants und einer tief verwurzelten pflanzlichen Esskultur. Deutsche Supermärkte (REWE, Edeka, Aldi, Lidl) führen alle umfangreiche vegane Sortimente.
Etwa 1–3 % der Amerikaner bezeichnen sich als vegan, 5–9 % als vegetarisch. Die Verteilung ist sehr ungleichmäßig: Küstenstädte (New York, Los Angeles, Portland, Seattle, Austin) haben bluehende vegane Communities und umfangreiche pflanzliche Angebote, während viele ländliche Gebiete deutlich hinterherhinken.
Der US-Markt für pflanzliche Lebensmittel ist in absoluten Zahlen der größte der Welt, angetrieben durch erhebliche Investitionen in Marken wie Impossible Foods und Beyond Meat.
Indien bietet einen faszinierenden Fall. Während 30–40 % der Inder Vegetarier sind (bei weitem der höchste Anteil eines grossen Landes), bleibt der Veganismus als eigenständige Bewegung relativ klein. Der traditionelle indische Vegetarismus wird primär durch Religion (Hinduismus, Jainismus, Buddhismus) und nicht durch eine Tierrechtsphilosophie angetrieben, und Milchprodukte sind tief in Kultur und Religion verwurzelt (Ghee, Paneer, Lassi).
Allerdings wächst eine pflanzlich-vegane Bewegung im urbanen Indien, angetrieben durch jüngere Generationen und Gesundheitsbedenken.
China hat eine reiche buddhistische vegetarische Tradition (Su Cai), aber der Fleischkonsum ist mit der wirtschaftlichen Entwicklung dramatisch gestiegen. Allerdings wird alternative Proteintechnologie auf Regierungsebene in China ernst genommen, und massive Investitionen in pflanzliches und kultiviertes Fleisch sind im Gange.
Brasilien hat eine der am schnellsten wachsenden veganen Bevölkerungen der Welt. Schätzungsweise 14 % der Brasilianer bezeichnen sich als vegetarisch und 7 % als vegan — ein bemerkenswertes Wachstum in einem Land, das für seine Rindfleischkultur berühmt ist. Der Wandel wird von jungen städtischen Brasilianern angetrieben, die sich sowohl um Gesundheit als auch um den Amazonas sorgen.
ℹ️ Der globale Trend
Die vollständige Geschichte des Veganismus von Pythagoras über die Vegan Society bis zur heutigen globalen Bewegung.
Erforschung der reichen pflanzlichen Ernährungstraditionen Indiens, Äthiopiens, Japans und des Mittelmeerraums.
Die Wirtschaft des Veganismus – Marktgröße, Investitionstrends, wichtige Akteure und wohin es führt.
Hinweis: Die Informationen in diesem Artikel dienen ausschliesslich Bildungszwecken und stellen keine medizinische oder ernährungswissenschaftliche Beratung dar. Konsultiere immer eine qualifizierte Fachperson, bevor du wesentliche Änderungen an deiner Ernährung vornimmst, insbesondere bei Nahrungsergänzungsmitteln und Nährstoffzufuhr.